Sonne, blauer Himmer, gelbe Blüten

Die «Route des Mimosas» bringt Farbe in den Winter

Wir schreiben den Winter 2019/2020, oder besser gesagt den Nicht-Winter. Neben dem Coronavirus eines der beherrschenden Themen in der Presse. Wärmster Januar seit Messbeginn, und der Februar wird diesen zweifelhaften Rekord sicher auch einheimsen. Wenn auch mit etwas komischem Gefühl nutzen wir Rennradfahrer die Gunst der Stunde und sammeln eifrig Nicht-Winter Kilometer.

Trotz Wärme monochromatisch

So ungewohnt warm die Februarausfahrten aktuell sind, so bleiben sie doch immer recht farblos, da sich die Vegetation noch im Winterschlaf befindet. Eine tolle Bildstrecke vom Café du Cycliste hat mir wieder mal vor Augen geführt, wie herrlich Rennradfahren an der privilegierten Côte d’Azur ist, auch im Winter.

Ausflug in die Botanik

Bedeutet dies im Rennrad Jargon üblicherweise, dass man die Strasse unfreiwillig verlassen hat, machen wir diesen Ausflug nun doch mal sinngemäss. Das spezielle Klima an der Côte d’Azur ist der ideale Nährboden für die Silberakazie. Die aufgrund ihrer äusserlichen Ähnlichkeit gerne auch «falsche Mimose» oder «gelbe Mimose» genannt wird. Im Gegensatz zur richtigen Mimose, die bestenfalls zu einem kleinen Busch heranwächst, erreichen die Bäume der Silberakazie stattliche Ausmasse bis zu 25 Meter.

Gelber geht nicht

Wieso die Silberakazie auch gelbe Akazie genannt wird, wird recht offensichtlich, wenn man im Februar und März mit dem Rennrad an der Côte d’Azur unterwegs ist. Die Blütenpracht der häufig  anzutreffenden Silberakazie ist beinahe erschlagend und steht in krassem Gegensatz zu der Farbarmut der Wintermonate in unseren Gefilden.

La Route du Mimosa

Den grössten Bestand an wilden, gelben Mimosen in Frankreich gibt es im Tanneron Massif. Dieses kleine Hügelgebiet nahe der Küste der Côte d’Azur liegt gerade noch in Reichweite unserer Tagestouren ab Vence. Ein lohnendes Ziel, vor allem wenn die Silberakazie blüht. Dies ist bei unserem Märztermin noch der Fall, wenn wir im April zu unserem Saisonauftakt an die Côte d’Azur kommen, ist die Blütezeit üblicherweise bereits vorbei.

Kaum bekanntes Tanneron-Massiv

Das Tanneron-Massiv bietet einige schöne und sehr verkehrsarme Strassen rund um den Stausee Lac de Saint-Cassien, den man sehr gut sehen kann vom traumhaften Ausblickspunkt in Cabris. Im Tanneron-Massiv gibt es abermals ein neues Landschaftsbild zu entdecken an der vielfältigen Côte d’Azur/Provence Alpes. Im Gegensatz zu der sonst kargen Vegetation fährt man hier durch Waldland aus Kastanien, Silberakazien und Kiefern, an der Ostseite des Hügelgebietes Richtung Grasse findet man italienisch anmutende Olivenbäume und Macchia.

Grasse … nicht einfach

Wie man sieht, lohnt sich eine Rennrad Tour ins Tanneron Massiv. Für uns, mit Start- und Ziel in Vence, stellt sich dabei ein grosses Hindernis dar. Das Industriegebiet von Grasse, das zwischen Vence und dem Tanneron liegt. Üblicherweise fahren wir eine sehr schöne Route über Cabris, wenn es weit gehen soll nehmen wir sogar noch die Siagne Schlucht mit.
Es hat uns viele Ausfahrten und viel Kartenstudium gekostet, um einen guten und ruhigen Weg zurück vom Tanneron nach Vence zu finden, denn die Strassen im Industriegebiet von Grasse sind teilweise mehrspurig und stark befahren.

Wer Lust auf die Mimosas gekriegt hat, findet bei der Bildstrecke des Café du Cyliste tolle Impressionen und auf unserem Komoot Account eine Beispieltour.