Legende «Saut des Fraçais» im Vésubie Tal

Le Saut des Français

Eines der eindrücklichsten Täler in den Ausläufern der Seealpen, wo wir uns auf unseren Reisen im Hinterland von Nizza bewegen, ist das Vésubie-Tal. Es hat bereits sehr alpinen Charakter und wird vor der Einmündung in den Var durch einen markanten Einschnitt geprägt. Und es bietet nebst der grandiosen Landschaft ein Rätsel: Das Schild mit der Aufschrift »Le Saut des Français«. Es steht am Rand der in den Felshang gebauten Strasse – und zeigt geradewegs in den Abgrund.

Durch das Vésubie-Tal

Die Talstrasse durch das Vésubie-Tal windet sich durch diverse Tunnel flussaufwärts, eingerahmt von steil aufragenden Felswänden. Die Tunnel sind mit dem Rennrad problemlos befahrbar.

 

Eine zweite Strecke führt vom Plateau von Levens über den isoliert liegenden Ort Duranus zum Talabschnitt, welcher Ausgangspunkt zahlreicher Pässe wie beispielsweise dem Col de Turini oder dem Col Saint Roche bildet. Die Strasse wurde kühn in die steile Felswand gehauen und ist zweifellos eines der landschaftlichen Highlights der Region.

Die Legende »Le Saut des Français«

Auf dieser oberen Strecke liegt kurz nach Duranus besagtes Schild und die Gedenkstätte „Le Saut des Français“. Der Name geht auf eine nicht gesicherte geschichtliche Begebenheit zurück. Im Verlauf der territorialen Veränderungen während der Französischen Revolution wurde die royalistische Grafschaft Nizza Ende des 18. Jahrhunderts durch die Truppen der jungen Republik einverleibt. Als Reaktion auf diesen Akt bildete sich eine Partisanengruppe, die „Barbets“. Diese zogen sich in die Bergregionen zurück, die für die Armeetruppen schwer zugänglich waren, und formierten sich in Sospel, das uns von der Auffahrt zum Col de Turini bestens bekannt ist. Die Legende besagt, dass die Barbets an jener Stelle einen französischen Truppenverband an den Abgrund zur Vésubie und damit in den sicheren Tod trieben.

Schwindelerregender Aussichtspunkt

Ob es sich beim Saut des Français um eine Legende oder eine wahre Begebenheit handelt, ist nicht belegt. Eins hingegen ist klar: Wer in den Beinen noch etwas anderes spüren will als Laktat von dem kurzen Zwischenaufstieg nach Duranus, dem empfehlen wir einen Zwischenstopp bei der Aussichtsplattform. Die 300 Meter senkrecht abfallende Kluft garantiert Schwindelgefühle und bietet einen grandiosen Blick in das tief eingeschnittene Tal. Ein lohnender Halt auf einer traumhaften Abfahrt, die viel zu schön ist, um nicht den ein oder anderen Fotostopp einzulegen.