Blick auf Menton mit Hafen

Im Fokus: Menton

Was haben Zitronen und Rennradfahrer gemeinsam? Beide sind frostempfindlich, und beiden gefällt es besonders gut im Mikroklima von Menton, dem östlichsten Ort an der Côte d’Azur.

Menton: Berühmt für die süssesten Zitronen

Zitronenfrüchte nehmen schon bei geringen Minusgraden irreversible Schäden und sind dann unverkäuflich. Sie gedeihen daher besonders gut in mildem, frostsicheren Klima, wie es normalerweise in weitaus südlicher gelegenen Gebieten vorherrscht, beispielsweise in Sizilien oder Griechenland. Oder eben in Menton. Die Seealpen schirmen den Ort vor Regenwolken und kalten Winden ab und schaffen ein besonders mildes Mikroklima, das Menton zum wärmsten Ort der Côte d’Azur macht.

 

Die Zitronen von Menton sind berühmt für ihren hohen Zuckergehalt und haben der Stadt den Beinamen „Hauptstadt der Zitrone“ eingetragen. Fast ebenso berühmt ist der üppige botanische Garten.

Mentons bewegte Geschichte

Menton liegt direkt an der französisch-italienischen Grenze. Der Ort ging 1861 an Frankreich über, als Napoleon III die Stadt dem Fürstenhaus von Monaco abkaufte. Im Zweiten Weltkrieg wurde Menton stark umkämpft, teilweise in Trümmer gelegt und nochmals kurzzeitig von Italien besetzt.

 

Ursprünglich gehörte die Stadt einer Genueser Herrschaftsfamilie, was ihr deutlich anzusehen ist. Der Baustil der Häuser und deren Farben erinnern eher an einen ligurischen Küstenort als an das südfranzösische Flair der Côte d’Azur.

Traditionell: Die Fête du citron

Die alljährlich stattfindende zweiwöchige „Fête du citron“ ist eine der Hauptattraktionen des Ortes. Zitronenbäume gibt es immer weniger, Fête-Besucher immer mehr. Die rar gewordenen Früchte sind so begehrt, dass die Erträge schon vor der Ernte an Restaurants und die Parfümhersteller in Grasse verkauft werden.

Menton: Wintertaugliches Rennradrevier

Im 19. Jahrhundert entdeckten gut situierte Engländer und Russen diesen sonnenverwöhnten Fleck und überwinterten an der Côte d‘Azur.

 

Was für Zitronen und wintermüde Briten gut ist, taugt für Rennradfahrer alleweil. So kam es, dass Nizza und Menton zum Winterrevier namhafter Rennrad Profis wurde. Allen voran demjenigen des Teams US Postal um Lance Armstrong. Armstrongs Hausberg, der Col de la Madone, startet in Menton. Er fuhr diesen so oft hoch, dass der Madone von Armstrongs Trainingsindikator zum weltbekannten Pass und als Folge davon zur sportlichen Linie der Rennräder von Trek wurde.

 

Mehr zu Lance Armstrong und dem Col de la Madone findet ihr in diesem Beitrag.